Buch Bestellung „Barfertslaffer – Dreggverkaffer“

Liebe Leser und Leserinnen

Diesen Satz kennt jeder: „Wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßen.“ Aber warum den Laufer Kindern „Barfertslaffer – Dreggverkaffer“ nachgerufen wurde, das erschließt sich erst bei näherem Studium dieses Büchleins. Mein Lieblingswort jedenfalls ist „Ufagniedla“ geworden.

Obwohl ich schon seit dem 4. Lebensjahr im nah gelegenen oberfänkischen „Neikerng“ (am Brand) aufgewachsen bin, habe ich nie Dialekt sprechen gelernt. Aber nach Jahren des Pfarrdienstes in Franken entgleitet mir manchmal doch ein hartes „P“ als weiches „B“ oder umgekehrt während der Predigt und ich versuche, mich selbst nicht erschreckt zu verbessern – Bassd scho! Wenn ich Fränkisch höre, fühle ich mich zu Hause.

Mundart ist ja die erste gelernte Sprache und geht deshalb zu Herzen.  Da kommt ein warmes Gefühl auf von Heimat und Dazugehörigkeit. Für so Zugezogene wie mich als Laufer (Alt)Stadtpfarrer ist dieses Fränkische Wörterbuch nützlich und amüsant. Sprache transportiert ein ganzes Lebensgefühl und nach Luther soll das Evangelium ja immer übersetzt werden, indem man dem Volk aufs Maul schaut. Oder heißt das auf Fränkisch „Goschn“?

Daher freue ich mich, dass dieses liebevoll gestaltete Buch zum 125. Jubiläum des „Vereins für Gemeindediakonie“  nach 14 Jahren eine zweite Auflage erlebt. Es ist gedacht für alle, die unsere Mundart lieben. Vielleicht hilft es nicht zuletzt unseren zahlreichen Mitarbeiter*Innen aus allen Ländern der Bundesrepublik, ja der ganzen Welt das Wesen der fränkischen Seele besser zu verstehen. 

Ich wünsche diesem Buch, das es zum Erzählen anregt. Die Älteren erzählens den Jüngeren und umgekehrt. Bei meinen Kindern stelle ich immer wieder neufränkische Dialektbildungen fest – das Fränkische verbreitet sich immer mehr  – auch dank den eifrigen Sammlern und Jägern der (ost(mittel))-fränkischen Sprache! 

Gott spricht eben auch fränkisch, nach Ps 91, 16:

„Jo, i will dia a langs Lem schengn

– siebzig Joahr und mehr –

und will dass’d mergst, wos des haaßt, wenn si aner zu mir häld,

i will dir dann aa zeing, wie schee dass ders bei mir hom koost.“

Ihr Jan-Peter Hanstein

1. Pfarrer der Evang. Luth. Kirchengemeinde Lauf 

Vorsitzender des Vereins der Gemeindediakonie Lauf e.V. 1894 

Gerti Birner, Autorin Barfertslaffer
Zivis bei der Buchpräsentation 20006